Bei der Frage des Vorschadens geht es zum einen um reparierte und zum anderen um nicht reparierte Vorschäden. Einflussfinden diese beiden Begrifflichkeiten in die Feststellung eines Wiederbeschaffungswertes im Falle eines Haftpflichtschadenfalles. Die Tatsache eines Unfallschadens im Sinne eines Vorschadens durch ein früheres Ereignis wirkt sich immer auf den zu ermittelnden Wiederbeschaffungswert aus. Insoweit hat der Kfz-Sachverständige bei einem nicht instandgesetzten Vorschaden oder bei einem teilweise bzw. nicht fachgerecht instandgesetzten Vorschaden die Frage zu beurteilen, inwieweit durch die nunmehr kalkulierte Instandsetzung des Zeitschadens eine so genannte Wertverbesserung des Fahrzeugs eintritt. Hierbei hat der Kfz-Sachverständige den Abzug für die Wertverbesserung haftpflichtschadenrechtlich allerdings immer auf die Cesamtwertverbesserung des Fahrzeugs zu beziehen. Des Weiteren hat die Frage instandgesetzter, teilweise instandgesetzter bzw. nicht fachgerecht instandgesetzter Vorschaden auch Einfluss auf die Frage einer Wertminderung. Im Einzelfall hat der Kfz-Sachverständige in solchen Fällen auch bei einem fachgerecht instandgesetzten Vorschaden diese Frage bei dem erneuten Schaden mit zu berücksichtigen. Hierbei ist auch zu unterscheiden, ob die Schäden an verschiedenen Fahrzeugteilen (z. B. Heck und Front) oder aber am selben Fahrzeugteil (z. B. nur an der Front) eingetreten sind, sich überlappen etc.