Es besteht die Pflicht des Geschädigten im Kfz-Haftpflichtschadensfall den Schaden so gering wie möglich zu halten (Schadengeringhaltungspflicht). Dies kommt vom Rechtsgedanken des § 245 Abs. 2 BGB. Beispielsweise sind hier folgende Pflichten, die die gegnerischen Haftpflichtversicherungen oftmals einwenden, zu nennen und zu beachten:

  • Grundsätzlich kein Kfz-Sachverständigengutachten bei erkennbaren Schäden unterhalb der Bagatellschadengrenze von zirka 750,00 Euro.
  • Unverzügliche Beauftragung eines Sachverständigen zur Schadenermittlung
  • Sofortige Reparaturauftragserteilung bei reinem und feststehendem Reparaturschaden zur Vermeidung von Ausfallkosten (Mietwagen und Nutzungsausfall) sowie Standgeld
  • Grundsätzlich unverzüglicher Verkauf des verunfallten Fahrzeugs zum Restwert beim Totalschaden, um festgestellten Restwert zu realisieren
  • Hinweis des Geschädigten an die gegnerische Haftpflichtversicherung zu fehlender Kreditaufnahmemöglichkeit und Finanzierung des Schadens
  • Verschiebung des Reparaturbeginns bei geringer Reparaturdauer in eine volle Kalenderwoche, falls das Fahrzeug verkehrssicher is
  • Durchführung von Notreparaturmaßnahmen zur Vermeidung höherer Fahrzeugausfallzeiten
  • Interimsfahrzeug bei absehbarer langer Ausfalldauer, wie z.B. langer Reparaturdauer oder beim Neufahrzeugersatzanspruch
  • Rückgriff auf öffentliche Verkehrsmittel und Taxi bei geringer Fahrleistung mit einem Mietwagen ( in der Regel unter 25 km kalendertäglich)
  • Inanspruchname der Vollkaskoversicherung bei absehbarer längerer Reparaturdauer ( zum Beispiel bei auslandbeteiligung)
  • Bei einer Verletzung der Schadenminderungspflicht droht entweder eine Regressforderung der gegnerischen Haftpflichtversicherung, wenn diese schon bezahlt hat bzw. die Kürzung einzelner Schadenpositionen, wie etwa die Dauer des Nutzungsausfalls oder die Dauer der Insanspruchn ahme eines Mietfahrzeugs.