Auch im Haftpflichtschadenfall ist, bei weithin unbekannten Fällen, die Möglichkeit gegeben, bei einem Unfallereignis auf der Basis eines Neufahrzeugs abzurechnen. Hierzu muss folgendes vorliegen:

  • Das Fahrzeug darf keine höhere Laufleistung als 1000km aufweisen. In Ausnahmefällen erweitert die Rechtsprechung die Kilometerleistung auf bis zu 3.000,00 Euro, wobei dann gegebenenfalls eine Nutzungsvergütung gegenzurechnen ist.
  • Das Fahrzeug darf nicht länger als 1Monat auf den Geschädigten zugelassen sein.
  • Es muss ein erheblicher Reparaturschaden vorliegen.

Die Rechtsprechung siedelt Erheblichkeitsgrenzen bei zirka 25 bis 30 Prozent Schadensumme im Hinblickauf den Neufahrzeugwert an. Dabei ist zu beachten, dass ein Wertminderungsbetrag, der bei dem geringen Alter des Fahrzeugs relativ hoch ausfallen könnte, selbstverständlich den geschätzten Reparaturkosten hinzuschreiben ist. In der Hinsicht sollte der Sachverständige in seinem Gutachten den Listenpreis des Neufahrzeugs ermitteln, sowie auch den Restwert des Fahrzeugs.

Im Grunde wird die Versicherung selbstverständlich die Möglichkeit eines Nachlasses einwenden, sodass in den Fällen, in denen das Autohaus zum selben Nachlass bereit ist, durchaus auch die Anschaffungsrechnung vorgelegt werden kann und sollte. Dabei ist darauf zu achten, dass ein Neufahrzeugersatz nicht fiktiv abgerechnet werden kann, sondern dass tatsächlich ein Neufahrzeug nicht nur bestellt, sondern auch angeschafft, d. h. gegen Rechnung ausgeliefert werden muss.