Im Rahmen der Anmietung eines Ersatzfahrzeugs anlässlich eines Unfallschadens (Mietwagen) kommt häufig der Einwand der gegnerischen Haftpflichtversicherungen, dass im Rahmen der Schadenminderungspflicht gewisse Mindestfahrleistungen kalendertäglich mit dem Mietfahrzeug zurückgelegt werden müssen. Derartige Mindestfahrleistungen nimmt die Rechtsprechung unterschiedlich an. Sie beginnen bei mindestens 20 Kilometern, wobei auch manche Gerichte von einer Mindestfahrleistung von 30 Kilometern ausgehen. Sicherheitshalber sollte der höchstmögliche Wert im Rahmen einer Aufklärung des Mietwagenkunden hergenommen werden. Die meisten Urteile gehen derzeit von 25 Kilometern aus. Beim Einwand der Verletzung der Schadenminderungspflicht gehen die gegnerischen Haftpflichtversicherungen davon aus, dass bei weniger zurückgelegten kalendertäglichen Kilometern öffentliche Verkehrsmittel oder Taxen die günstigere Alternative gewesen wären. Oftmals wird dann nur der so genannte Nutzungsausfall kalendertäglich pauschal bezahlt. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass von diesem Wirtschaftlichkeitserfordernis Ausnahmen bestehen, wenn beispielsweise bestimmte Berufsgruppen, wie Ärzte, für sonstige Bereitschaftsdienste etc. dringend auf ein Fahrzeug angewiesen sind oder in ländlichen Gebieten, wenn der Geschädigte Kinder oder ältere Menschen zu versorgen bzw. mitzuversorgen hat. Bei entsprechenden unterschrittenen Mindestfahrleistungen sollte man derartige Besonderheiten immer erfragen.