Durch die seit dem 01.08.2002 neue Regelung des § 249 Abs. 2 S. 2 BGB ergibt sich, dass ein Geschädigter die Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer), soweit er nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist, lediglich noch dann erhält, wenn ein Mehrwertsteuerbetrag nachweislich bei der Schadenregulierung tatsächlich angefallen ist. Hierbei sind zu unterscheiden: Reparaturschadenfälle: Bei rein fiktiver Abrechnung eines ge¬schätzten Reparaturkostenbetrages ohne irgendwelche weitergehenden Maßnahmen erhält der Geschädigte lediglich den Nettobetrag der geschätzten Reparaturkosten. Führt ein Geschädigter Reparaturmaßnahmen durch und kann hier konkret eine Reparaturrechnung eine Teil-Reparaturrechnung oder auch nur Rechnungen über Ersatzteile vorweisen, erhält er grundsätzlich die Mehrwertsteuerbeträge aus diesen nachgewiesenen Rechnungen. Legt sich der Geschädigte trotz geschätzter (fiktiver Reparatur kosten) einen Ersatzwagen an und kann er hier im Rahmen der Rechnung für dieses Ersatzfahrzeug ebenfalls Mehrwertsteuer nachweisen, erhält er den dort ausgewiesenen Mehrwertsteuerbetrag bis zur Höhe der in den geschätzten Reparaturkosten enthaltenen Mehrwertsteuer. Totalschadenfall: Im Totalschadenfall bei dem geschätzten Wiederbeschaffungswert gibt es drei Möglichkeiten:

1.Wiederbeschaffungswert mit enthaltener Regelmehrwertsteuer von 19 Prozent. 2.Wiederbeschaffungswert mit enthaltener Differenzumsatzsteuer von ca. 2,5 Prozent 3. Wiederbeschaffungswert Privatmarkt ohne Mehrwertsteuer Bei rein fiktiver Auszahlung des Schadenersatzbetrages ohne weitergehende Maßnahmen erhält der Geschädigte jeweils nur die entsprechenden Nettobeträge aus dem Wiederbeschaffungswert. Bei Anschaffung eines Ersatzfahrzeugs kommt es wiederum dar¬auf an: Ist das angeschaffte Ersatzfahrzeug mindestens genauso teuer oder teurer als der Wiederbeschaffungswert, erhält der Geschädigte unabhängig von dem Umstand, ob es sich um ein Privatmarktfahrzeug, ein differenzumsatzbesteuertes Fahrzeug oder ein regelbesteuertes Fahrzeug handelt, den vollen Mehrwertsteuerbetrag aus dem geschätzten Wiederbeschaffungswert nachbezahlt, da der BGH dies so entschieden hat. Liegt der Ersatzbeschaffungswert eines Ersatzfahrzeuges unter¬halb des geschätzten Wiederbeschaffungswertes, muss die gegnerische Versicherung nur die Mehrwertsteuerbeträge nachbezahlen, die der Geschädigte in einer Rechnung eines Händlers nachweist. Aus einem Privatmarktkauf kann der Geschädigte keine Mehrwert¬steuer fordern, da diese Käufe keine Mehrwertsteuer enthalten und somit keine Mehrwertsteuer angefallen ist.