Soweit z. B. bei exotischen Fahrzeugen bereits von Beginn bzw. unmittelbar nach dem Unfallgeschehen bekannt ist, dass die Reparatur oder die Ersatzbeschaffung unverhältnismäßig lange dauert, sieht die obergerichtliche Rechtsprechung den Geschädigten als verpflichtet an, sich ein Interimsfahrzeug anzuschaffen, um die Ausfallkosten in einem verhältnismäßigem Rahmen zu halten.

Ab welchem Zeitraum die Verpflichtung besteht, im Rahmen der Schadenminderungspflicht ein Interimsfahrzeug anzuschaffen, ergibt sich nicht generell aus der Rechtsprechung. Es darf grundsätzlich gesagt werden, dass ab einem absehbaren Ausfallzeitraum von ca. 90 Tagen diese Verpflichtung auf jeden Fall zum Tragen kommt. Zu beachten ist, dass häufig erst während der Reparatur- bzw. der Er- satzbeschaffungsmaßnahmen sich eine längere bzw. unverhältnismäßig lange Reparaturdauer bzw. Wiederbeschaffungsdauer ergibt. Für diesen Fall gilt der zu berechnende Zeitraum erst ab dem Zeit¬punkt, als der Geschädigte hiervon Kenntnis erhielt. Insoweit kann man auch keine generellen Aussagen mit starren Grenzen treffen. Es kommt jeweils auf den Einzelfall und die Einzelumstände an.