Im Totalschadenfall stellt sich gerade beim Wiederbeschaffungswert die Frage, ob der Geschädigte ein dem Unfallbeschädigten vergleichbares Fahrzeug regelmäßig und überwiegend bei Fahrzeughändlern mit ausgewiesener 19-prozentiger Mehrwertsteuer erwerben kann oder ob ein solches nur beim entsprechenden Händler mit ausgewiesener Differenzumsatzsteuer erhältlich ist. Differenzumsatzsteuer bedeutet in diesem Zusammenhang die so genannte Handelsspanne zwischen dem Ankaufspreis, den der Händler bezahlte, und seinem Verkaufspreis. Kauft beispielsweise ein Händler ein Fahrzeug für 3,000,00 Euro an und verkauft es für 4.000,00 Euro, hat er an das Finanzamt nur Umsatzsteuer aus dem Betrag von 1.000,00 Euro (also der Handelsspanne zwischen 3.000,00 Euro und 4.000,00 Euro) abzuführen. Bezogen auf den Gesamtbetrag des Fahrzeugverkaufspreises bedeutet dies natürlich einen geringeren Anteil an Umsatzsteuer als die Regelsteuer von 19 Prozent. Die Differenzumsatzsteuer wird mit zirka 2,4 Prozent bzw. 2,5 Prozent bezogen auf den Verkaufspreis somit auch auf den Wiederbeschaffungswert - berechnet. Sobald ein Geschädigter keinerlei Ersatzbeschaffungsmaßnahmen trifft, sich also weder ein anderes Fahrzeug anschafft, noch sonstige mehrwertsteuerpflichtige Maßnahmen trifft, muss er sich bei der Schadenabrechnung die Differenzumsatzsteuer gemäß § 249 Abs, 2 BGB vom Wiederbeschaffungswert in Abzug bringen lassen.