Es ist unter einem schadenersatzrechtlichen Bagatellschaden bzw. der Bagatellschadengrenze zu verstehen: Den Schadenersatzbetrag, bis zu dem lediglich ein Bagatellschaden vorliegt und bis zu dessen Höhe die gegnerische Haftpflichtversicherung in der Regel auch keine Sachverständigenkosten übernimmt bzw. übernehmen muss. Diese Bagatellschadengrenze liegt gemäß der Rechtsprechung bei zirka 750,00 Euro brutto. Ab einem Schaden in dieser Höhe ist also ein Geschädigter berechtigt, ein Sachverständigengutachten im Kfz- Haftpflichtschadenfall auf Kosten des Gegners bzw. der gegnerischen Haftpflichtversicherung einzuholen. In Ausnahmefällen kann dies auch bei darunterliegenden Schadenersatzbeträgen der Fall sein, wenn z. B. der Unfallgegner seine Beteiligung oder auch seine Haftung allgemein an dem Unfallgeschehen bereits an der Unfallstelle oder kurz darauf bestreitet. Der Geschädigte ist auch dann berechtigt, ein zur Beweissicherung entsprechendes Sachverständigengutachten auf Kosten der gegnerischen Haftpflichtversicherung einzuholen. Ein Bagatellschaden in diesem Sinne liegt allerdings auch nur dann vor, wenn sozusagen für jedermann klar und eindeutig ersichtlich ist, dass es sich um einen Bagatellschaden handelt. Es kommt hier auf die Einfluss-und Erkenntnismöglichkeiten des Geschädigten und auch gegebenenfalls bei der Vorstellung in seiner Werkstatt auch auf deren Erkenntnis- und Einflussmöglichkeiten an.