Sehr häufig leistet die gegnerische Haftpflichtversicherung keiner oder nur teilweise bzw. pauschale Zahlungen mit dem Hinweis, dass die Haftung noch nicht bzw. noch nicht vollständig geklärt ist. Verbunden damit ist oft der Hinweis, dass zur vollständigen Beurteilung der Haftungsfrage die Einsichtnahme in die amtliche Ermittlungsakten notwendig ist. Ist der geschädigte Kunde nicht anwaltlich vertreten, wird die Versicherung in der Regel eigene Anwälte mit der Akteinsichtnahme bzw. der Anforderung eines Ermittlungsaktenauszugs beauftragen. Wenn der geschädigte Kunde anwaltlich vertreten ist, kann dessen Anwalt Akteneinsicht bei der zuständigen Behörde nehmen. Das kann sich in die Länge ziehen, wenn etwa bei dem Unfallgeschehen auch Verletze oder gar Tote zu beklagen sind. In diesem Fall erfolgt normalerweise eine Akteneinsichtsmöglichkeit erst, wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind. Falls hier z.B. unfallanalytische Sachverständigengutachten eingeholt und erstellt werden, kann es durchaus Monate dauern, in denen der Geschädigte seine Ansprüche nicht vollständig durchsetzen kann. Es sollte beachtet werden, dass weder der Geschädigte selbst noch z.B. das Autohaus berechtigt sind, einen Aktenauszug d.h. einen Auszug aus den amtlichen Ermittlungsakten, anzufordern. Dies bleibt der anwaltlichen Vertretung entweder der gegnerischen Haftpflichtversicherung oder des Geschädigten vorbehalten. Die Anwälte von Geschädigten betreiben oft nicht mit entsprechendem Nachdruck die Akteneinsichtnahme. Deshalb ist es oft unbekannt, dass in verschiedenen Bundesländern die Polizeibehörden ermächtigt sind, einer anwaltlichen Vertretung auf deren Anforderung die ersten Seiten der so genannten Verkehrsunfallanzeige zu übersenden. Aus dieser ergeben sich die Beteiligen und der Unfallsachverhalt und auch die verwarnten Unfallbeteiligen. Dies gilt in diesen Bundesländern in jedem Fall bei reinen Sachschäden. Soweit Körperschäden mit eingetreten sind, kann die Polizei ebenfalls einen derartigen Aktenauszug relativ schnell und vorab übersenden, wenn die zuständige Staatsanwaltschaft auf Anfrage der Polizeibehörde zustimmt.