Sowohl Sachverständigte (im Hinblick auf die Sachverständigenkosten), Autohäuser ( im Hinblick auf die Reparaturkosten bzw. sonstige Leistungen, wie Abschleppdienst etc.) und auch Mietwagenunternehmen ( im Hinblick auf die Mietwagenkosten) fordern von dem geschädigten Kunden die Abgabe einer Abtretungserklärung. Sie wollen sicherstellen, dass die Schadenersatzansprüche die an sich dem geschädigten Kunden zustehen, sozusagen als eigene Forderungen gegenüber der gegnerischen Haftpflichtversicherung abrechnen bzw. geltend machen können. Oft verwenden sie dafür eine an sich nach dem neuen Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) nicht mehr aktuelle Sichrungsabtretungserklärung. Diese versetzt den Abtretungsemfänger nicht sogleich wie der Abtretung erfüllungshalber in die Lage, die Ansprüche selbst entsprechend geltend zu machen. Die Sicherungsabtretungserklärung bewirkt nur, dass die entsprechenden Ansprüche zur Sicherheit abgetreten sind und erst der so genannte Sicherungsfall eingetreten sein muss. Der Sicherungsfall tritt in der Regel nur ein, wenn der Abtretungsempfänger den Abtretenden – also den geschädigten Kunden – entsprechend zur Zahlung aufgefordert hat und der Zahlungsbetrag auch fällig geworden ist. Erst dann darf er in der Regel die Sicherungsabtretungserklärung dazu nutzen die Ansprüche selbstständig gegenüber der gegnerischen Haftpflichtversicherung geltend zu machen. Anders ist es bei der so genannten Abtretung erfüllungshalber, die in der Regel nach Inkrafttreten des Rechtsdienstleistungsgesetzes verwendet wird. Die Abtretung erfolgt hier bereits als Erfüllung der Ansprüche des Autohauses. So kann der Sachverständige, das Autohauses bzw. das Mietwagenunternehmen diese Ansprüche gleich und direkt gegenüber der gegnerischen Haftpflichtversicherung geltend machen. Häufig ist die Abtretung erfüllungshalber zugleich in einem Formular verbunden mit der Zahlungsanweisung des geschädigten Kunden als Abtretenden, wonach die gegnerische Haftpflichtversicherung direkt an den Abtretungsempfänger zahlen soll. Zugleich beinhaltet das Formular häufig eine Reparaturkostenübernahmeerklärung ( RKÜ), mit deren Gegenzeichnung die gegnerische Haftpflichtversicherung die vollständige oder auch nur z.B. teilweise oder der Höhe nach begrenzte Übernahme der Reparaturkosten gegenüber dem Autohaus erklärt bzw. bestätigt. Bei der gerichtlichen Geltendmachung durch den Abtretungsempfänger selbst gegenüber der gegnerischen Haftpflichtversicherung erfolgt häufig der Einwand der gegnerischen Haftpflichtversicherung, dass die selbstständige Geltendmachung auch mit einer entsprechenden Abtretung erfüllungshalber gegen das Rechtsdienstleistungsgesetzt verstößt, da der Abtretungsempfänger damit einer unzulässige Rechtsdienstleistung erbringt. Einerseits stellt sich bereits die Frage ob es sich um eine Rechtsdienstleistung handelt, wenn etwa ein Mietwagenunternehmen restliche Ansprüche aus den Mietwagenkosten aktiv mit Abtretungserklärung gegenüber der gegnerischen Haftpflichtversicherung geltend macht. Man könnte bereits die Auffassung vertreten, dass dies schon nicht die Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten ist, sondern eigener Rechtsangelegenheiten. Zum anderen kann man die Auffassung vertreten, dass quasi zum Berufs – und Tätigkeitsbild einer Autovermietung gehört, auch restliche Ansprüche begründet im Wege abgetretener Ansprüche geltend zu machen. Man muss allerdings darauf achten, dass manche Gerichte die Aktivlegitimation, z.B. eines Mietwagenunternehmens bei der Geltendmachung von restlichen Mietwagenkosten aus abgetretenem Recht als nicht gegeben ansehen und daher bereits die Klage ohne Überprüfung der Berechtigung weiterer Mietwagenkosten abweisen. Hier muss man immer die örtliche Rechtsprechung überprüfen.