Die Abschleppkosten muss die gegnerische Haftpflichtversicherung schadenersatzrechtlich so genannten "adäquater Folgeschaden des Verkehrsunfallsgeschehens" erstatten. Dies gilt, wenn das Fahrzeug durch das Unfallgeschehen fahrunfähig bzw. verkehrs- und betriebsunsicher geworden ist. Auch wenn an der Unfallstelle Flüssigkeiten ausgelaufen sind und der Verdacht auf einen Totalschaden besteht, rechtfertigt das einen Abschleppvorgang. Das gilt auch, wenn sich später herausstellt, dass das Fahrzeug fahrfähig bzw. verkehrs- und betriebssicher war. Grundsätzlich darf der Geschädigte das Fahrzeug in seine Werkstatt bzw. in das Autohaus seines Vertrauens abschleppen lassen. Die Grenze liegt in der so genannten Schadensminderungspflicht, etwa wenn es sich um einen Totalschaden handelt und die Entfernung zum Autohaus das Vertrauens groß ist. Nachdem der geschädigte Kunde auch das Recht hat, im Autohaus seines Vertrauens in Totalschadenfall ein so genanntes Koppelgeschäft zu tätigen, in den ein Ersatzfahrzeug angekauft und sein geschädigtes Auto zum Restwert verkauft, kommt auf derartigen Fällen der Abschleppvorgang in das Autohaus des Vertrauens in Betracht. Soweit das Fahrzeug etwa auf Veranlassung der Polizei oder sonstigen Behörden, ohne Einflussmöglichkeit des geschädigten Kunden von einer Abschleppfirma an einen anderen Ort abgestimmt wurde, darf man in der Regel auch einen zweiten Abschleppvorgang zum Autohaus des Vertrauens vornehmen und schadenersatzrechtlich neben dem ersten Abschleppvorgang abrechnen. Bei einem Totalschaden des Fahrzeugs sind die Schadensminderungspflichten hier allerdings sehr hoch anzusetzen. Grundsätzlich kann man einen solchen Zweitabschleppvorgang nur bei einer Reparaturwürdigkeit des Fahrzeugs durch.