Der Restwert, ist der Wert des Fahrzeugs im unfallbeschädigten Zustand. Nach einer Totalschadenabrechnung, erhält der Geschädigte die Differenz zwischen dem Restwert und dem Wiederbeschaffungswert. Bei einem Kaskoschaden sollte vor Veräußerung des Restwertes Rücksprache mit dem Kaskoversicherern genommen werden. Bei einem Haftpflichtschaden ist dies nicht erforderlich. Der Kfz-Sachverständige hat im Haftpflichtschadenfall unter Berücksichtigung der Entscheidung des BGH bei der Restwertermittlung den dem Geschädigten zugänglichen allgemeinen regionalen Markt zu berücksichtigen. Der BGH hat in allen Entscheidungen die besondere Situation des Geschädigten berücksichtigt, dem eine unkomplizierte Schadenbeseitigung möglich sei muss. Hierzu zählt auch, dass sich der Geschädigte nach einem Verkehrsunfall in erster Linie an seinen Kfz-Betrieb wenden können soll und er nicht auf ihm regelmäßig nicht zugängliche Märkte verwiesen werden darf. Ausdrücklich weist der BGH deshalb darauf hin, dass sich der Geschädigte im Totalschadenfall regelmäßig an seinen Kfz-Betrieb wenden kann, um im Wege des Koppelgeschäftes ein neues Fahrzeug bei Inzahlungnahme des beschädigten Fahrzeuges zu erwerben. Auf Grundlage dieser Intention hat der Kfz- Sachverständige den für den Geschädigten zugänglichen allgemeinen Markt bei der Restwertermittlung zu berücksichtigen. Hierbei handelt es sich in erster Linie um regional ansässige Kfz-Betriebe sowie um Gebrauchtwagenhändler. Der Kfz-Sachver- ständige muss die Angebote unter Angabe der voraussichtlichen Reparaturkosten sowie des Wiederbeschaffungswertes des Fahrzeuges einholen und diese Angebote aus Kfz-Sachverständigensicht bewerten. Laut aktueller Rechtsprechung des BGH sind vom Sachverständigen grundsätzlich - falls möglich - drei Restwertangebote einzuholen und diese konkret im Gutachten anzuführen. Im Rahmen der sachverständigen Bewertung hat der Kfz-Sachverständige die Verwertungsmöglichkeiten des Fahrzeuges, die durch den allgemeinen Markt genutzt werden, in angemessener Weise zu berücksichtigen. Bei dem durch den Sachverständigen ermittelten Restwert handelt es sich um den üblicherweise vom Geschädigten am allgemeinen Markt erzielbaren Restwert. Soweit der Sachverständige die Angebote des allgemeinen Marktes durch eine Plausibilitätsprüfung anhand der Marktverhältnisse am Sondermarkt überprüft, ist sicherzustellen, dass er die konkrete Situation auf dem allgemeinen Markt der Region berücksichtigt, da im Ergebnis nur der allgemeine Markt maßgebend ist.