Bei vielen Unfallsachverhalten wendet die gegnerische Versicherung eine Mithaftung im Sinne eines Mitverschuldens nach §254 BGB ein. In vielen Situationen kommt eine solche Mithaftung auch zum Tragen, obwohl sie für den Geschädigten - wie nachfolgende Beispielsfälle zeigen - oft nicht verständlich ist:

  • Ist der Geschädigte Linksabbieger, erhält er, wenn er während des Linksabbiegevorgangs vor einem Schädiger überholt hat, häufig sogar den höheren Mithaftungsanteil zugeschrieben, da er seiner zweiten Rückschaupflicht nicht nachgekommen ist.

  • Bei Parkplatzunfällen wird auch demjenigen, der zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes während zweier Ausparkvorgänge gestanden hat, eine Mithaftung zugeschrieben, oft in Höhe von 50 Prozent.

Soweit sich eine Mithaftung abzeichnet, sollte man den Geschädigten, was eigentlich bereits bei der Unfallschadenaufnahme erfolgen sollte, nach einer Vollkaskoversicherung, die er für sein Fahrzeug abgeschlossen hat, befragen. In diesen Fällen kann in einer Kombinationsabrechnung mit der Vollkaskoversicherung und der Haftpflichtversicherung (siehe hierzu Quotenvorrecht) eine Abrechnung erfolgen, die dem Geschädigten nahezu sämtliche Schadenersatzansprüche gewährleistet.