Bei einem Verkehrsunfall kann die geschädigte Partei gegen eventuelle Unfallgegner (Fahrer oder Halter des Schädigerfahrzeugs) bzw. deren Haftpflichtversicherung, was teilweise nicht bekannt ist, verschiedene Gerichts-stände auswählen. Diese sind je nach Umständen des Falles zu unterscheiden:

  • Gerichtsstand des Unfallortes: Aufgrund der durch einen Verkehrsunfall begangenen unerlaubten Handlung kann der Gerichtsstand der unerlaubten Handlung an dem Ort bzw. in dem Gerichtsbezirk gewählt werden, in dem sich das Unfallgeschehen ereignete. Dies hat häufig den Vorteil, dass die örtlich zuständige Polizei bzw. örtliche Zeugen zum entsprechenden Gericht leichter kommen können und auch der Unfallort häufig dem Gericht bekannt sein dürfte.
  • Gerichtsstand des Wohnsitzes des Fahrers des Schädigerfahrzeugs: Nachdem auch der Fahrer des Schädiger-Fahrzeugs an dessen Wohnsitzgericht verklagt werden kann, ergibt sich hieraus häufig ein anderes Gericht als das Gericht des Unfallortes.
  • Gerichtsstand des Halters des Schädigerfahrzeugs: Auch dieser Gerichtsstand kann wiederum unterschiedlich zum Wohnsitz des Fahrers bzw. des Unfallortes sein.
  • Gerichtsstand der gegnerischen Haftpflichtversicherung: Grundsätzlich kann die gegnerische Haftpflichtversicherung auch an ihrem Sitz bzw. dem Sitz der Niederlassung verklagt werden, von dem aus sie die Schadenregulierung vornimmt und Zahlungen leistet. Dies ergibt sich meist aus entsprechenden Schreiben oder Abrechnungsschreiben der Versicherung. Gerade bei den derzeitigen Streitigkeiten von Geschädigten gegen gegnerische Haftpflichtversicherungen bezogen auf Mietwagen kosten bzw. restlicher Mietwagenkosten kann der Geschädigte, falls die Rechtsprechung des jeweiligen Gerichts bekannt ist, an einem für ihn günstigen Gerichtsstand klagen, sofern verschiedene Möglichkeiten-wie oben dargestellt - bestehen.

Grüne Karte e.V. Ansprechpartner bei Verkehrsunfällen in Deutschland mit Aus¬ländsbeteiligung ist regelmäßig das Deutsche Büro Grüne Karte e.V. Glockengießerwall 1 20095 Hamburg Telefon 040/33 44 0 0 Telefax 040/33 44 0 70 40 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Soweit - was in den meisten europäischen Ländern der Fall ist -die gegnerische Haftpflichtversicherung des Auslandsbeteiligten dem so genannten Grüne-Karte-System angeschlossen ist, ist es möglich über das Deutsche Büro Grüne Karte e.V. einen Direktanspruch gegen diese geltend machen. Es ist darauf zu achten, dass sich dieser Schadenersatzanspruch bei jedem Unfall in Deutschland nach deutschem Haftpflichtrecht und deutschem Versicherungsrecht richtet. Das Deutsche Büro Grüne Karte e.V. benennt und beauftragt regelmäßig ein inländisches Versicherungsunternehmen mit der Durchführung der Schadenregulierung. Weiterhin zu beachten ist, dass man im Fall einer Klageerhebung ausschließlich das Büro Grüne Karte e.V. verklagen kann und nicht etwa das mit der Schadenregulierung von dem Deutschen Büro Grüne Karte e.V. beauftragte inländische Versicherungsunternehmen.